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Das Prunkdekor

In der Antike waren die Bühnengebäude vollständig mit Marmorsäulen, Stuck, Mosaiken und Statuen verziert. Bei der Restaurierung des Bühnenhauses in Orange wurden 112 Säulen identifiziert, die auf drei Geschosse verteilt waren. Die Säulenschäfte aus buntem Marmor waren glatt und trugen auf den ersten beiden Ebenen korinthische Kapitelle. Auf der dritten Ebene war der korinthische Stil mit anderen Ornamenten vermischt.

Die Tür in der Mitte war von zwei Podesten gerahmt, die jeweils von vier freistehenden Säulen und vier Pilastern getragen wurden. Dieses Ensemble umfasste nur zwei Geschosse. Die Säulenschäfte der ersten Ebene waren vermutlich kanneliert.

Diese Zierelemente wurden durch mythologisch inspirierte Motive ergänzt. Sie zeigten Zentauren, die dem Kaiser Opfergaben darbringen. Dies ist eine im Römischen Reich einmalige Darstellung. Sie symbolisiert den Sieg der Ordnung über das Chaos. Geflügelte Victoria-Statuen komplettierten das Dekor.

In der VR-Erfahrung “Les secrets du Théâtre, un voyage inattendu” wird die Fassade des Bühnenhauses in ihrer vermutlich ursprünglichen Gestaltung dargestellt. Das Denkmalschutzunternehmen AGP wollte das Theater und seine charakteristischen Dekorelemente bestmöglich nachempfinden und hat sich dafür auf die jüngsten Berichte gestützt. So zum Beispiel auf die archäologische Studie des Instituts für antike Architekturforschung (IRAA) zur Architektur des Bühnenhauses, des Zuschauerrunds, der cavea und der orchestra, sowie die Arbeiten der Kunsthistorikerin Emmanuelle Rosso zum Reliefdekor des Theaters. Doch auch ältere Bericht wurden zu Rate gezogen, wie der von Auguste Caristie, eines französischen Architekten des 19. Jahrhunderts, der den “Prix de Rome” erhielt und ein Vorreiter bei der Restaurierung historischer Monumente war.

Das Bühnengebäude im Wandel der Zeit

Im Jahr 412 wird die Stadt von den Westgoten geplündert und das Dach des Bühnengebäudes zerstört. Das gesamte Tragwerk brennt ab und das Gestein nimmt eine rötliche Färbung an, was auf eine erhebliche Schwächung hindeutet. Auch die Statuen und Säulen werden zerstört.

Im Jahr 1572 tobt der Vierte Hugenottenkrieg und das Fürstentum Orange nimmt Protestantische Flüchtlinge aus dem Königreich Frankreich auf.

Das Stadtleben spielt sich zwischen dem Hügel und dem Bühnengebäude ab. 1620 wird in den basilicae das Gefängnis von Orange eingerichtet. Die basilicae sind zwei viereckige Räume links und rechts der Bühne. Ehemalige Balkenverankerungen weisen darauf hin, dass dort einst Holzdecken eingezogen waren. In diesen Räumen konnten die Schauspieler sich vor ihrem Auftritt versammeln. Außerdem bieten die basilicae einen ebenerdigen Zugang zur Bühne und ermöglichten so die Einfahrt von Streitwagen und anderen inszenierungsrelevanten Fahrzeugen.

Das Theater wird als Wehrmauer genutzt und schützt die Einwohner Oranges vor den wiederholten Angriffen durch das Königreich Frankreich und Ludwig XIV. Glücklicherweise verschont letzterer das Bühnengebäude, als er 1713 bei der Annektierung Oranges die Verteidigungsanlagen der Stadt zerstört.

In einem Raum im Inneren des Bühnenhauses, links neben der Kaiser Augustus zugeschriebenen Statue, zeugen geschwärzte Wände von einer Ofenaktivität. Archäologische Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass es dort eine Bäckerei gegeben haben könnte. Was wiederum belegt, dass das Bühnengebäude einst Wohnungen und Handwerksstätten beherbergte.

Innenansicht des antiken Theaters mit Häusern, von Pierre Fourdiguier, 18. Jahrhundert

Gelebtes Kulturerbe und Restaurierung

ährend der Französischen Revolution etabliert sich der Begriff des Kulturerbes und somit das Bewusstsein für dessen Erhaltung. Überall in Frankreich beginnen umfassende Restaurierungsarbeiten. Und Auguste Caristie widmet sich der Wiederherstellung des Antiken Theaters von Orange. Außerdem ersteht er die 91 Wohnhäuser auf dem Theatergelände. Als diese Gebäude schließlich vollständig abgerissen sind, kann er mit der archäologischen Erforschung des Theaters beginnen.

Von 1929 bis 1931 finden erneut Ausgrabungen statt. Die Archäologen legen das pulpitum, den Bereich vor der Bühne, und dort befindliche Fragmente verschiedener Statuen frei. Diese Funde ermöglichen die Nachbildung der sogenannten Augustus-Statue. Sie misst 3,55 m und steht in einer Höhe von 26 m.

1976 wird prioritär das Mauerwerk des Bühnenhauses gesichert. 2006 wird dann das aktuelle Dach errichtet, um das gesamte Bühnengebäude besser zu bewahren.

Von 2016 bis 2024 werden umfangreiche Forschungs- und Restaurierungsarbeiten betrieben, die uns profunde Kenntnisse zum Bühnengebäude und zu den Verzierungen der Fassade liefern.

Wiederaufleben der Aufführungen vom 19. Jahrhundert bis heute

1869 findet zum ersten Mal das Festival ” Fête Romaine ” statt. Ziel ist es, französische Dramatiker der damaligen Zeit zu fördern, da Tragödien in Frankreich einen Aufschwung erleben. Dank der exzellenten Akustik entwickelt sich das Festival weiter. Von nun an werden Opern und andere musikalische Stücke aufgeführt. Seit 1971 finden die “Nouvelles Chorégies d’Orange” jährlich statt.

Aufgrund des außergewöhnlich guten Erhaltungszustandes ist das Antike Theater von Orange international bekannt und gehört seit 1981 zum UNESCO-Welterbe.

Doch das Antike Theater ist nicht nur Schauplatz des ältesten Musikfestivals Frankreichs, es hat auch die jüngere Musikgeschichte geprägt, so zum Beispiel mit den Konzerten der Startrucking Tour 1975. Inzwischen ist Frankreichs ältester Freilichtkonzertsaal auch der modernste. Seit 2019 wird im Theater das POSITIV Festival veranstaltet, bei dem Pop-Rock- und Elektromusik auf dem Programm stehen. Somit wird das internationale Prestige des Ortes noch weiter gefestigt. [(illustration mapping POSITIV)]

Seit 2022 entwickelt das Infrastrukturunternehmen Edeis im Auftrag der Stadt Orange ein starkes Kulturprojekt: Orange soll zur Weltbühne der Innovation werden. Von nun an werden die Veranstaltungen durch Videomapping, also Bildprojektionen höchster Qualität, ergänzt. Bei der “Odyssée Sonore” kombiniert das Theater visuelle und akustische Künste und bietet so eine einzigartige Erfahrung, bei der Vergangenheit und Zukunft zusammenklingen.

Das Dach

Seit dem 19. Jahrhundert wurden verschiedene Projekte zur Überdachung erdacht, um die Verkleidung der Fassade des Bühnengebäudes zu schützen. Denn das wunderschöne Kulturdenkmal leidet verstärkt unter der Witterung. Ein identischer Nachbau des ursprünglichen Daches kam wegen des hohen Gewichts, das auf dem Bau gelastet hätte, nicht infrage.

Außerdem sollte das Dach nicht nur dem Gebäude Schutz bieten, sondern auch auf innovative Technologien ausgerichtet sein, um so die Akustik des Monuments zu wahren. Die Konzeption des neuen Daches hat so auch technische Probleme gelöst, da Licht- und Tonanlagen nun am Dachgerüst befestigt werden können.

Das 1000 m² große Glasdach wiegt nur 200 Tonnen, sprich halb so viel wie eine entsprechende Konstruktion aus Holz. Zusätzlich wurde eine akustische Membran angebracht, die als Schallschirm dient.

Decoraciones de lujo

En la Edad Antigua, la fachada escénica estaba enteramente decorada con columnas, mármol, estuco, mosaicos y estatuas. Las 112 columnas que se hallaron durante las obras de restauración de la fachada estaban organizadas en tres niveles. Los fustes de mármol coloreado eran lisos y estaban coronados por capiteles corintios en los dos primeros niveles de elevación. En el tercer nivel, el estilo corintio se mezclaba con otros ornamentos.

En el centro, la puerta estaba enmarcada por dos podios, cada uno sostenido por cuatro columnas exentas y cuatro pilastras. Este conjunto tenía únicamente dos niveles de elevación. Los fustes de las columnas del primer nivel eran probablemente estriados.

Estos decorados estaban adornados con frisos de temática mitológica, compuestos por centauros que llevaban ofrendas al emperador. Se trata de una representación única en el Imperio, que simboliza la victoria del orden sobre el caos. Estatuas que representaban a Victorias aladas completaban los decorados.

En Los secretos del Teatro, un viaje inesperado, el recorrido histórico nos permite apreciar una reconstitución de los decorados de la fachada escénica. Para recrear de la manera más precisa el Teatro en la época antigua y sus diversos elementos característicos, Art Graphique & Patrimoine se basó en los relevamientos más recientes. Los estudios utilizados para esta reconstitución incluyen el informe arqueológico del IRAA (Instituto de Investigación sobre la Arquitectura Antigua, por sus siglas en francés) sobre la arquitectura de la fachada escénica, las gradas, la cavea y la orchestra, los trabajos de Emmanuelle Rosso sobre los decorados del teatro, así como también relevamientos más antiguos, como los realizados por Auguste Caristie, arquitecto francés del siglo XIX, ganador del Gran Premio de Roma y auténtico precursor de la restauración de monumentos históricos.

La fachada a través del tiempo

Tras el saqueo de la ciudad por los visigodos en 412, el techo quedó destruido. Todo el armazón fue destruido por las llamas, y las piedras adquirieron un tono rojizo, señal de un grave deterioro. Las estatuas y columnas también fueron destruidas.

En 1572, las Guerras de Religión asolaron la región, y el Principado de Orange acogió a los protestantes que huían del Reino de Francia.

La vida transcurría entre la colina y la fachada escénica. En 1620, la prisión de Orange se instaló en las basilicae, situadas a ambos lados del escenario. Construidas en una planta cuadrangular, las huellas de anclaje de vigas indican que estaban cubiertas por un techo de madera. Se componían de diferentes salas donde los actores podían reunirse antes de salir a escena. Era el único acceso al mismo nivel que el escenario, y permitía la entrada de un carro o de cualquier otro vehículo que participara en el espectáculo.

Utilizado como muralla defensiva, el Teatro protegió a los habitantes de Orange de los sucesivos ataques del Reino de Francia y de Luis XIV. Por suerte, este último preservó la fachada escénica cuando anexó Orange en 1713 y decidió destruir el resto de las construcciones de la ciudad.

En una sala situada dentro de la fachada, a la izquierda de una estatua que se supone representa a Augusto, las paredes ennegrecidas podrían indicar que allí se desarrolló algún tipo de actividad que involucraba un horno. Las investigaciones arqueológicas tienden a confirmar la presencia de una panadería en este sitio, y del uso de la fachada escénica como espacio de vivienda, de intercambios entre la población y de zona comercial.

Patrimonio vivo y restauración

Durante la Revolución Francesa, surgió la noción de “patrimonio” y, ella, una creciente conciencia sobre la importancia de su conservación. En toda Francia, se emprendieron extensas obras de restauración, entre las que destaca la del Teatro Antiguo, llevada adelante por Auguste Caristie, quien adquirió las 91 casas que había en el lugar. Una vez que estas fueron demolidas, el arquitecto pudo iniciar su investigación para restaurar el Teatro.

Entre 1929 y 1931 se organizó una nueva campaña de excavaciones. Se centró en el pulpitum, es decir, la parte situada debajo del escenario, donde se desenterraron fragmentos de estatuas. A partir de estos hallazgos, se pudo reconstituir la representación de la estatua de Augusto. Medía 3,55 metros y estaba ubicada a 26 metros de altura.

En 1976, se dio prioridad a la consolidación de las mamposterías de la fachada escénica. En 2006, se instaló el techo actual para protegerla.

Una vasta campaña de investigaciones y restauraciones comenzó en 2016 y continuará hasta 2024, con el objetivo de profundizar el conocimiento de la fachada y sus decorados.

Renovación de los espectáculos del siglo XIX hasta hoy

En 1869 se organizó la primera Fiesta Romana, cuyo objetivo era promocionar dramaturgos franceses contemporáneos, en una época en que las tragedias volvían a estar de moda en Francia. La acústica permitió que el festival cobrara fuerza con la propuesta de espectáculos líricos y musicales. En 1971, pasó a llamarse Nouvelles Chorégies d’Orange.

El estado excepcional de conservación de la fachada escénica del Teatro Antiguo de Orange es la causa de su reputación a nivel internacional y su clasificación en la lista del Patrimonio Mundial de UNESCO desde 1981.

Además de ser la sede del festival más antiguo de Francia, el Teatro ha entrado en una nueva era con la organización de conciertos destacados, como el Rock Festival 1975 del Startruckin Tour. La sala de espectáculos al aire libre más antigua se convierte también en la más moderna. Con la creación del Positiv Festival en 2019, el Teatro propone una programación de música pop-rock y electrónica, y de esta forma consolida su prestigio internacional. (Illustration: mapping POSITIV)

Desde 2022, la empresa Edeis, delegada de servicios públicos para la ciudad de Orange, está desarrollando un ambicioso proyecto cultural: convertir a Orange en el escenario de la innovación. Las actuaciones se enriquecen ahora con proyecciones de imágenes de alta calidad, conocidas como videomapping. Con l’Odyssée Sonore (Odisea Sonora), el Teatro combina las artes visuales y sonoras para ofrecer una experiencia única, que hace resonar el pasado con el futuro.

El techo

Desde el siglo XIX, se han ideado numerosos proyectos de techado para proteger los antiguos paramentos de la gran fachada escénica. Las numerosas inclemencias meteorológicas debilitan cada vez más este magnífico patrimonio. Una restauración idéntica era impensable dado el peso de la estructura sobre la fachada.

Además de conseguir proteger la fachada, era importante seguir el ritmo de las innovaciones tecnológicas para preservar la acústica del monumento. El diseño del nuevo techo permitió resolver problemas técnicos, ya que ahora los sistemas de sonido e iluminación pueden apoyarse sobre él.

Con una inmensa cubierta de cristal de más de 1000 m², este techo pesa sólo 200 toneladas, un 50 % menos que una estructura de madera. Además, se ha colocado bajo esta cubierta una membrana acústica que cumple la función de “barrera de sonido”.

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